Frank Pfeiffer : Kurze Weltgeschichte des Faschismus
Der Buchtext, der als Einführung in den historischen Faschismus dient, wurde 2011 als Artikelserie in einer anarchistischen Zeitschrift veröffentlicht. Allerdings schränken die HerausgeberInnen ein, dass sie nicht den Anspruch erheben, “die Faschismusforschung um neue Impulse und Perspektiven zu bereichern.”Das Buch ist in drei Teile eingeteilt. Im ersten Kapitel werden die drei klassischen faschistischen Bewegungen, die es bis zur Regimeform gebracht haben, dargestellt: Italien, Deutsches Reich und Spanien. Dabei werden auch die geschichtlichen, sozialen und politischen Zusammenhänge in den jeweiligen Ländern hervorgehoben. Im folgenden Kapitel geht es um die übrigen faschistischen Bewegungen im Europa der Zwischenkriegszeit. Auf die beiden Länder Belgien und die Niederlande wird leider nicht eingegangen, obwohl ihre Bewegungen religiös geprägt waren (Belgien) bzw. sich stark am Nationalsozialismus orientierten (Niederlande). Das dritte Kapitel behandelt die faschistischen Erscheinungsformen in Brasilien, Argentinien, Chile, den USA, Japan und Südafrika. Abschließend wird im Resümee auf die “Verschiedenartigkeit nationaler Faschismus-Varianten” hingewiesen und die zentralen Bestandteile faschistischer Bewegungen aufgeführt.
Insgesamt handelt es sich um eine gut lesbare Einführung aus libertärer Sicht, die sich vor allem an Interessierte richtet, die sich bislang noch nicht mit dem Thema beschäftigt haben. Schwächen sind das Ungleichgewicht der Darstellung - so nimmt Italien den gleichen Raum ein, wie etwa die wesentlich unwichtigeren Erscheinungsformen in den USA - und das knappe Literaturverzeichnis, das wichtige Faschismusforscher wie Griffin, Mantelli, Reichardt und Sternhell, die herausragende Impulse gesetzt haben, leider unberücksichtigt lässt.